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Dresdner Kulturmagazin | Mit dem Kopf in den Wolken
Die Arme weit ausgestreckt zum Himmel, so begrüßt er uns.
Maximilian Hecker, der Ex-Straßenmusiker mit dem
außergewöhnlichen Pop-Appeal, bewies bereits mit seinen ersten
beiden Alben 'Infinite Love Songs' (2001) und 'Rose' (2003) soviel Mut
zum Gefühl, dass ihn die nationale Musikpresse mit Lobeshymnen
überschüttete und gar als "Die Gegenwart des Songs. Die
Zukunft von Pop" (taz) titulierte. Im letzten Jahr absolvierte der
inzwischen 27-jährige Berliner auf Einladung des Goethe-Instituts
eine Tournee, die ihn von Buenos Aires über Tel Aviv bis Sydney
nicht nur rund um den Globus führte, sondern ihm auch wesentliche
Inspirationen zu seinem neuen Werk 'Lady Sleep' gab. Und welch strahlend
schöner, ergreifender Pop-Glanz zwischen Weltschmerz und Sehnsucht
empfängt einen da!
Sogleich liefert er den philosophischen Überbau, um nervige
Nachfragen zu vermeiden: "Das zentrale Thema von Lady Sleep ist die
Sehnsucht nach Körperlosigkeit; dargestellt in der Sehnsucht nach
Symbiose, Liebe, Tod, Narkose, Glückseligkeit und Wahnsinn." Was
für ein Satz! Das Album, gemeinsam produziert mit Guy Sternberg,
der kürzlich Jimi Tenors 'Beyond The Stars' masterte, beginnt mit
zarten, minimalen Pianoklängen, die in opulenter, epischer Breite
ausufern, und es endet mit hellen Glockenklängen und den einfachen
Harmonien eines Kinderliedes. Dazwischen jedoch breitet er seine Seele
aus: zart geschmolzene, aber nie kitschige, sparsam mit Streichquartett,
Akustik-Gitarre, Drums und Piano intonierte Popsongs, die zwar seine
Nähe zu den isländischen Soundästheten Sigur Rós,
den an der Welt verzweifelnden Radiohead oder auch Grandaddy verraten,
aber doch ihren ganz eigenen Charme entfalten. Nicht zuletzt ist es das
warme, zerbrechlich wirkende Falsett, das seiner Stimme jene
Unmittelbarkeit verleiht, die ihn unverkennbar und glaubwürdig
macht.
Entspannter und klarer strukturiert als auf dem Vorgänger 'Rose',
begegnet uns hier ein Singer/Songwriter, der sich, nach diversen Flirts
mit 80's Synthie-Pop und Dancebeats, ganz auf die Stärke seiner
zerbrechlich wirkenden Melodien verlässt. Songs wie das elegische
'Birch' und die beiden mitreißenden 'Summer Days In Bloom' und
'Full Of Voices' überstrahlen die Szenerie, doch gehört sein
im Januar erscheinendes drittes Album in seiner Gesamtheit schon jetzt
zu den gefühlvollsten Alben des Jahres 2005. Bleibt die berechtigte
Hoffnung, dass der Live-Genuß dem in nichts nachsteht.
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