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alternativmusik.de
Es gibt so Musiker, die sind eigentlich immer mehr oder weniger präsent, bei
denen sich aber doch eine gewisse Überraschung einstellt, wenn man dann
einmal schwarz auf weiß sieht, wie viel sie in der Zeit ihrer Präsenz
bereits erreicht und herausgebracht haben. So auch Maximilian Hecker: Fünf
Jahre ist sein Name aus der Indie-Presse bereits nicht mehr wegzudenken und
vor dem jetzigen, neuen Album, standen auch bereits drei
Albumveröffentlichungen. Ein Schlagwort, das in einem Atemzug mit Maximilian
Hecker oft fällt, ist die Melancholie - hört man das neue Werk, so wird
einem auch hier sofort wieder dieses Schlagwort in den Kopf kommen. Jedoch -
darauf besteht auch Maximilian Hecker selber - ist dies nur ein Aspekt des
neuen Albums.
Hört man das Album die ersten Male durch, so ist es wahrlich schwer, sich
vom Begriff der Melancholie und dem Traurigen zu lösen. Stücke wie "Wilted
Flower" wirken traurig in ihrem musikalischen Gewand: Ein ruhiges Klavier in
Moll, Maximilian Heckers eingängige Stimme, ein bald einsetzendes dezentes
Schlagzeug und gezupfte Gitarren, während man Textzeilen von fallendem Regen
und Tränen hört. Oder auch das Eröffnungsstück "Snow White":
Ein eröffnender, sehnender Gesang über abermals gezupften Gitarren, gefolgt
von der Begleitung verleiten auch hier wieder dazu, die übliche
Melancholie-Schublade zu öffnen, womit Maximilian Hecker allerdings so nicht
uneingeschränkt einverstanden ist, obgleich viele Stücke es schwer anders
möglich machen. Das Sehnen, die Sehnsucht - Begriffe, die er auch selber
anführt, wenn es darum geht, das Album und sich zu erklären. So sagt er über
den Albumtitel: "Die beiden Metaphern vom Berg und der Jungfrau enthalten
meine Sehnsucht nach Ewigkeit und Reinheit. [...] Das Erreichen jenes
statischen Zustandes von Reinheit und Ewigkeit ist mir in der realen,
dynamischen Welt zwar vergönnt. Doch diese Dynamik kann ich in der realen
Welt mithilfe meiner Lieder überwinden." Sozusagen der Versuch der
Menschwerdung mittels des lyrischen Ich, der ganz im Kontrast steht zum Bild
des Melancholikers, dessen Überwindung sich auch an den Texten festmachen
lässt: Es geht ihm in jedem einzelnen Titel um Glückseligkeit, wie er
betont.
Dies im Hinterkopf behaltend fällt auch beim Hören des Albums die positive,
bzw. optimistische Seite auf "I'll Be A Virgin, I'll Be A Mountain" deutlicher
auf als zuvor. Nimmt man einen Titel wie "Your Stammering Kisses", fällt einem
ein unerwarteter Optimismus auf: Ein schwebendes Piano mit schönen Harmonien
und einem nahezu beschwingten Klang im mittleren Tempobereich. Auch vor
Spielereien wird dabei nicht gescheut: "Silly Lilly, Funny Bunny" fällt neben
dem positivem Charakter auch dadurch auf, dass man sich nicht davor gescheut
hat, sich einmal von einem Waldhorn begleiten zu lassen.
Was bleibt, ist das Bild eines gereiften Maximilian Hecker, der nach wie vor
ein Gespür für Melodien und positive Melancholie hat und dabei dezent
versucht, sein Bild in der Öffentlichkeit ein wenig zurechtzurücken. Dabei
zeigt er erneut spürbar seine Hingabe an die Gitarre und als sein
Hauptmetier das Klavier und - was bei all dem die Hauptsache ist - erfreut
den geneigten Hörer mit einem wirklich schönen neuen Album.
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