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RELEASES > ROSE > REVIEWS > GERMAN > SÜDDEUTSCHE 2003-04-16 |
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Unnahbar schön
"Rose" ist eine Platte, die man besser alleine hört. Eingeschlossen im Bad und
heimlich in den Badeschaum heulend. Wehmütig erzählt gleich zu Anfang das Piano
in "Kate Moss", dass auch zickige Berliner Nachwuchssongschreiber nur kleine
Jungs sind, die von großen Mädchen schwärmen. Aber "Don't call back, she said",
und nur der Geigenteppich ermöglicht die weiche Landung - Maximilian Hecker ist
in seinen Klischees zu Hause wie ein überzeugter Psychodramatiker.
Mit noch
mehr Schmelz als beim Debüt umschmeicheln die Arrangements das Fallen aus
Liebeshöhen, die laut heulende Indie-Rockgitarre stellenweise gedämpft zum
soften Pop-Lamento, peinigend wie ein zu langsam abgezogenes Pflaster.
Zweistimmig erinnert ein Gitarrenintro an Tim Buckley 1968 live in London, und so
wenig Maximilian Hecker dessen Gesangsniveau erreicht, so ernst muss dem
Fistelstimmenjüngling gerade deshalb das Kokettieren mit dem Mythos des von
Einsamkeit getriebenen Künstlers sein.
"There's no place to hide"; hieß es auf dem ersten Album, dagegen erscheint
"Rose" nun als ein allzu perfekter Ort unnahbarer Schönheit. Doch am Ende der
CD, genau im Titelsong, reißen monumentale E-Gitarrenausbrüche und manische
Pianocluster wieder die große, böse blutende Wunde auf, Spiegel für den Narziss in
jedem von uns.
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