Mirage of Bliss CD

Mirage of Bliss

CD, Blue Soldier Records/Gold Typhoon Music/Leeway/Love Da Records, 2012


Westzeit

back Maximilian Hecker lebt seit Jahren in einem Tränenpalast aus zartem Popschmelz. Und darin bewegt er sich zwischen Minderwertigkeitskomplex und Größenwahn, Selbstfindung und Selbstverlust. ln Japan liegt man ihm zu Füßen, während seine musikalische Vision hierzulande weitgehend unverstanden bleibt. James Blunt, A-ha oder James Morrison haben größte Hallen gefüllt. Hecker dagegen spielt in kleinen Clubs. Auch "Mirage of Bliss" wird das wohl kaum ändern. Wenn nicht bald mal ein edler Prinz dahergeritten kommt und ihn ins Vorprogramm von Coldplay zaubert. Da gehört der Berliner eigentlich hin. Denn das neue Album ist das eindrucksvolle und wunderbar melodische Werk eines Außenseiter-Künstlers ist, der sich auf der Höhe seiner Schaffenskraft präsentiert. Gemeinsam mit dem äußerst hilfreichen und verständigen Produzenten Youth (The Verve, Embrace) hat Hecker zwölf sehnsüchtige, empfindsame Dream-Pop-Songs dahingeseufzt. Magische Momente, wie sie sonst nur aus britischen Federn kommen. Wenn er diese Perlen mit Kopfstimme ins Mikrofon haucht, dann werden daraus elegische Oden an die Liebe, die Einsamkeit und des Leben. Mehr Melancholie, Romantik und Emotionalität sind in musikalischer Form kaum moglich.